1. Unterlagen zur Person und zur finanziellen Situation (Ihre Bonität)
Die Bank prüft zunächst Ihre Bonität, um sicherzustellen, dass Sie den Kredit dauerhaft bedienen können. Als Identitätsnachweis benötigen Sie eine Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses, wobei ausländische Staatsbürger zusätzlich ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis vorlegen müssen.
Bei den Einkommensnachweisen unterscheiden sich die Anforderungen je nach Beschäftigungsverhältnis: Angestellte reichen die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate sowie die Lohnsteuerbescheinigung ein, während Selbstständige und Freiberufler deutlich mehr Unterlagen wie Steuerbescheide, betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) und Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten Jahre benötigen. Rentner weisen ihre Bezüge durch aktuelle Renten- oder Pensionsbescheide nach.
Zudem müssen Sie Ihr Eigenkapital durch Konto-, Depot- oder Bausparauszüge sowie Rückkaufswerte von Versicherungen belegen. Ebenso wichtig ist die vollständige Offenlegung bestehender Verbindlichkeiten, wozu laufende Ratenkredite, Unterhaltsverpflichtungen und Kreditkartenabrechnungen gehören. Die für den Prozess entscheidende Schufa-Auskunft holt die Bank zwar selbst ein, es empfiehlt sich jedoch, vorab eine eigene Auskunft zur Kontrolle möglicher Einträge anzufordern.
2. Unterlagen zur Immobilie (Die Werthaltigkeit der Sicherheit)
Die Bank muss die Werthaltigkeit der Sicherheit genau prüfen, um sicherzustellen, dass das Objekt den Kreditbetrag rechtfertigt. Als wichtigster Nachweis dient hierfür der Kaufvertragsentwurf, der den Preis und alle vertraglichen Details regelt. Ein aktueller Grundbuchauszug gibt der Bank zudem Auskunft über die Grundstücksgröße sowie mögliche Belastungen oder Rechte Dritter.
Für die bauliche Bewertung benötigt das Institut detaillierte Grundrisse, den Lageplan sowie eine exakte Wohnflächenberechnung, um die Dimensionen des Objekts zu verifizieren. Aussagekräftige Fotos von innen und außen vermitteln der Bank einen Eindruck vom Zustand, während der Energieausweis die energetische Qualität dokumentiert. Bei Neubauprojekten ist zusätzlich die Baubeschreibung einzureichen, um Materialien und Ausstattung zu belegen. Abschließend verlangt die Bank einen konkreten Nachweis, dass das eingeplante Eigenkapital tatsächlich liquide auf Ihren Konten zur Verfügung steht.
3. Spezifische Unterlagen für Eigentumswohnungen
Wenn Sie eine Eigentumswohnung kaufen, werden zusätzliche Unterlagen benötigt, um die Besonderheiten der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) umfassend zu bewerten. Ein zentrales Dokument ist hierbei die Teilungserklärung, welche die präzise Aufteilung in das Sondereigentum Ihrer Wohnung und das gemeinschaftliche Eigentum, wie etwa das Dach oder das Treppenhaus, rechtlich festlegt.
Bei Bestandsimmobilien sind zudem die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten Jahre von großer Bedeutung, da sie Aufschluss über bereits geplante Sanierungen, mögliche Streitigkeiten innerhalb der Gemeinschaft oder die allgemeine finanzielle Lage geben. Ergänzend dazu dienen der aktuelle Wirtschaftsplan sowie die letzten Jahresabrechnungen dazu, die Einnahmen und Ausgaben der WEG sowie die exakte Höhe des monatlichen Hausgeldes nachzuvollziehen. Abschließend verlangt die Bank eine detaillierte Aufstellung der Instandhaltungsrücklage, die als Nachweis über die bereits angesparten finanziellen Mittel für zukünftige Reparaturen am Gebäude fungiert.
4. Zusammenfassung und Tipp:
Die vollständige Zusammenstellung dieser Dokumente ist entscheidend für einen reibungslosen Ablauf. Beginnen Sie frühzeitig mit dem Sammeln, idealerweise schon vor der Immobiliensuche. Ein unabhängiger Finanzierungsberater kann Ihnen helfen, die Unterlagen zu prüfen und den Kreditantrag für Sie bei der passenden Bank einzureichen. So sparen Sie Zeit und Nerven und erhöhen die Chancen auf eine schnelle und erfolgreiche Finanzierung.










